Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Island - ein Traum in blau, rot, weiß eine anglerische Offenbarung
Hecht911
01.07.2008, 18:35
Das rhythmische Wogen der auflaufenden Flut an den hellen Sandstrand unterbricht die faszinierende Stille dieser Mittsommernacht. Unter die Gischt mischt sich zudem immer mal wieder das ächzende Geräusch der Bremse meiner kleinen 1000er Stradic.
Es ist der Morgen des 22. Juni 2008 um 01.30 Uhr und ich stehe hier an einem der einsamsten Plätze dieser Welt etwa 2.500 km von der Heimat entfernt und kann immer noch nicht fassen, was sich in den letzten 60 Minuten an diesem kleinen Strand der isländischen Westküste abgespielt hat.
Die Sonne taucht mit gleißendem Licht bereits wieder hinter den vergletscherten Gipfeln der erloschenen Vulkankette am Horizont auf und verleiht dem auflaufenden Wasser einen schweren bleifarbenen Glanz.
Was für eine Kulisse! Welch tolles Land, dessen Natur trotz der oberflächlich betrachteten Kargheit dem Auge des aufmerksamen Betrachters so viele Farben zu bieten hat. Ja und was für ein dieser Umgebung gerecht werdender Gegenspieler, der mit all seinen Möglichkeiten schon einige Minuten zu verhindern versucht, seinem Element entrissen zu werden!
Der Fisch zieht beharrlich weiter die 0,10 er Fireline von der Rolle und der Blank der viel zu leichten Spinnrute nickt bedrohlich bei jedem Kopf- und Schwanzschlag meines Gegenüber.
Ich weiß bereits mit wem ich es am anderen Ende der Leine zu tun habe! Es ist ein etwa 7 Pfund schwerer blanker Silberbarren, der seit ca. 10 Minuten wütend und entschlossen versucht den Haken meines Kunstköders abzuschütteln.
Der schwarze Schatten war meinem silbernen Toby Blinker in pfeilartiger Geschwindigkeit aus tieferem Wasser bis 5 Meter vor die Strandlinie gefolgt und hatte dort ohne ein Anzeichen von Argwohn den Köder genau in dem Moment gepackt als ich ihn aus dem Wasser heben wollte. Die Meerforelle reagierte auf den unerwarteten Widerstand mit drei bis vier spontanen Salti und Schrauben und zog dann ohne jegliche Unterbrechung in einem Augenblick 70 Meter Schnur von der Rolle.
Vollkommen deckungsgleich haben sich schon die fünf anderen Fische verhalten, die ich innerhalb nicht einmal einer Stunde an diesem Meerforellentraumstrand haken durfte.
Während der Fisch weiter um sein Leben kämpft schweifen meine Gedanken weit zurück in die „gute alte Zeit“, als ich vor etwa 30 Jahren, ausgerüstet mit dem neuesten „RilehRex“ Modell, 0,30er „Leska“ Schnur und einem Germina Vollglasknüppel, viele Fische an den Außenküsten der Insel Rügen fing. Doch so sehr ich gedanklich in meinen Erinnerungen wühle, mir fällt beim besten Willen kein auch nur annähernd vergleichbares Angelabenteuer beim Küstenspinnfischen ein! Das hier und jetzt ist etwas ganz Besonderes in meinem Anglerleben!
Lautes Platschen ruft mich zurück in die Gegenwart. Der Fisch stemmt sich oberflächennah mit verzweifelten Schlägen seiner kräftigen Schwanzflosse unmittelbar vor meinen Füßen gegen sein Schicksal. Geduld und Erfahrung während des sanften Drills haben jedoch ihre Spuren hinterlassen und mit geschwundenen Kräften taumelt die schöne Forelle nun benommen in den Wogen der Brandung. Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages werden von der silbernen Flanke des Fisches stark reflektiert und spätestens in diesem Moment wird mir die Bedeutung der Bezeichnung „Silberbarren“ noch einmal bewusst.
Es ist soweit, jetzt volle Konzentration, denn die zweite sehr kritische Phase neben dem unmittelbaren Moment nach dem Anbiss, bei dem sich 90 % der Fische aus dem Wasser schrauben, die Landung kann nun beginnen. Völlig spartanisch ausgerüstet, ohne Wathose, ohne Kescher und mit viel zu leichtem Gerät, welches wie zuvor beschrieben noch durch ein 1,5 Meter langes und 0,22 Millimeter starkes Fluocarbonvorfach ergänzt wird, ist es ein vergleichsweise schwieriges Unterfangen den Fisch zu stranden. Zwei Fische gingen bei dieser heiklen Aktion bereits verloren.
Doch die Brandung, die zuvor noch das Angeln behinderte, weil ich mangels passenden Schuhwerks wegen jeder Welle weit auf den Strand zurückweichen musste, ist jetzt mein Verbündeter. Die nächste Woge rollt heran und deren Schwung ausnutzend ziehe ich mit konstant kräftigem Zug den Fisch hoch auf die Düne!
Das Wasser zieht sich brodelnd und schäumend zurück und gibt den Blick frei auf den prachtvollen Fisch. Angestrahlt von der schräg einfallenden Sonne liegt er ruhig da, der Silberbarren, ein wahrer Schatz für jeden Petrijünger! Einen kurzen Moment lang läuft mir ein Schauer über den Rücken. Ein triumphales Gefühl ergreift Besitz von mir, nicht zu beschreiben für einen „gesunden“ Menschen, der nicht vom Virus befallen ist.
Doch der menschliche Urinstinkt des „Beute machens“ weicht blitzschnell dem Verstand, denn es gibt keine Chance, dieses Tier einer sinnvollen Verwertung zuzuführen. Im Kühlschrank warten ja noch einige Verwandte – Bachforellen und Saiblinge, der Fang des Vortages, auf ihre Zubereitung . Ich befeuchte in der nächsten Welle meine Hände und befreie den Fisch von den zwei festsitzenden Flunken des Drillings. Ohne Rücksicht auf meine bis zu diesem Moment sorgsam vor dem Salzwasser geschonten Schuhe führe ich den Fisch zurück zur Strandlinie und entlasse ihn in sein vertrautes Element.
Jetzt ist es Zeit ins Bett zu gehen, um einerseits dieses Abenteuer zu verarbeiten und um andererseits den offenbar vorhandenen Fressrausch der Meerforellen nicht schamlos und unverantwortlich auszunutzen!
Ob nun als „Dank“ dafür, dass ich diesen Törn auf seinem Höhepunkt abgebrochen habe, oder einfach nur, weil mir der Zufall einen ganz besonderen Fangplatz in die Hände spielte, durfte ich im Anschluss noch zwei weitere vergleichbare Nächte an dieser „Silberküste“ erleben, dann war es Zeit weiterzuziehen um den Westteil des sagenhaften Island(es) besser kennenzulernen.
Die Fakten zur Tour:
- abschließend geplant im September 2007; keine Angelreise!
- den Flug aus Deutschland gebucht bei Iceland Express, Direktflug Berlin Schönefeld – Keflavik und retour zum Preis von ca. 320,00 € p.P.; 20 kg Freigepäck p.P. + 10 kg Handgepäck, Rutenrohr mit einer Länge von 1,60 m ging ohne Probleme mit;
- die Desinfektion der einen mitgeführten Spinnrute war am Flughafen Keflavik innerhalb von 5 Minuten erledigt und kostete 3.500 isländische Kronen (ca. 30,00 €);
- erstaunlich und inkonsequent war für mich, dass nur die Rute desinfiziert wurde, die zwei kleinen mitgeführten Stationärrollen und die Köderbox waren für die Beamten vor Ort völlig uninteressant, auch auf explizite Nachfrage!;
- den Mietwagen aus Deutschland über „expedia“ bei „Hertz“ gebucht, uns hat für 2 Personen ein Toyota Yaris für 11 Tage zum Preis von ca. 700,00 € mit unbegrenzten Kilometern zzgl. 80,00 € Vollkasko (ohne Glasbruchschäden!!!) völlig ausgereicht, der hat auch auf den zahlreichen Schotterpisten über insgesamt ca. 1.800 km artig seinen Dienst verrichtet;
- die Treibstoffpreise sind mit denen in Deutschland vergleichbar,
- die Lebensmittel sind z.T. erheblich teurer, dennoch gibt es in den Supermärkten eine gute Auswahl auch an frischem Obst und Gemüse und was der Mensch sonst so in einem individuell geplanten Urlaub benötigt;
- aus Deutschland haben wir nur die erste Nacht in Reykjavik und die letzte in der Nähe der blauen Lagune fest und direkt übers www bei den Betreibern gebucht;
- den Rest der Zeit sind wir nur einer grob geplanten Route gefolgt und haben uns treiben lassen, unser nördlichster Punkt war Akureyri, wir haben einen Teil der Westfjorde und die Halbinsel Snaefellsnes gesehen;
- es war kein Problem, jeweils eine gute und saubere Unterkunft zu finden, wie das im Juli/August aussieht – keine Ahnung! Hilfreich bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten ist auf jeden Fall ein spezieller Übernachtungsführer, der in jedem Touristeninfobüro erhältlich ist;
- ebenfalls in diesen Büros oder an großen Tankstellen bekommt man die Berechtigungskarte für 32 Angel-Binnengewässer, die in Hand einer Genossenschaft über ganz Island verstreut sind, dazu gibt es eine Broschüre, in der die Gewässer jeweils ausführlich beschrieben sind; die Kosten für das ganze Jahr betragen 5.000 IKr (etwa 42,00 €)
- ich selbst habe in 5 dieser Gewässer gute Fische gefangen, allerdings erfordern die ganz heißen Plätze auch auf Island ein großes Maß an Eigeninitiative bei der Vorbereitung. Fast ausnahmslos alle erfolgreichen Binnengewässer sind in Privatbesitz, um dort zu angeln, muss man den Besitzer kontaktieren und Gebühren für die Angelberechtigung an ihn bezahlen. Darüber hinaus ist bei derartigen Vorhaben ein geländegängiges Allradfahrzeug erforderlich;
- die gesamte Tour über 11 Tage hat mit allem Drum und Dran etwa 2.000 € pro Nase gekostet, das geht sicher auch preiswerter, wenn man sich auf einen oder max. zwei Plätze und die Angelei beschränkt, allerdings hat es dieses Land, ebenso wie Norwegen, verdient, dass man sich dort nicht nur den Fischen widmet!
Stück für Stück stelle ich hier demnächst noch einige Bilder zur Tour ein. Fragen aller Art beantworte ich gern, so ich es denn kann und ich nicht nach ganz konkreten Angelplätzen gefragt werde!
P.S. Ich hatte gestern schon an einem wesentlich umfangreicheren Bericht gearbeitet, leider ist beim Einstellen dann irgend etwas schief gelaufen und alles war verschwunden. Ich hoffe, die „Kurzfassung“ vermittelt Euch dennoch einen guten Eindruck dieser unvergesslichen Tour!
Hecht911
01.07.2008, 18:54
Ein "Stückchen" Silber von der isländischen Westküste:
Hecht911
01.07.2008, 19:01
Eine ebenso spannende Angelei bieten die zahlreichen und phantastisch gezeichneten Forellen der unzähligen isländischen Binnengewässer:
Hecht911
01.07.2008, 19:07
Viele isländische Binnenseen beherbergen Forellen und Saiblinge gleichermaßen. Auch für diese ansehnliche Strecke haben dem Angler knapp 90 Minuten Angelzeit genügt:
Hecht911
01.07.2008, 19:19
Jetzt geballt einige landschaftliche Impressionen:
Hecht911
01.07.2008, 19:29
Bei über 700 Fotos geht einem das Material nicht so schnell aus:
Hecht911
01.07.2008, 19:42
Soweit für heute, weitere Bilder werden demnächst folgen und eventuell küßt mich auch noch einmal die Muse und ich kann Euch noch eine weitere kleine Episode meines Islandabenteuers schildern!:wave:
Andreas Michael
01.07.2008, 21:26
Wau Henrik glückwunsch zum Silber was für schöne Fische:baby:
Dein Bericht auch wenn im zweiten anlauf einfach perfekt, wenn man liest hat man das Gefühl dabei zu sein, einfach nur geil:baby::baby::baby:
Die Bilder die ich bis jetzt gesehen habe und bestimmt auch die da noch kommen werden, werde ich verschlingen. Einfach Traumhaft:baby:
So und nun weiter mit info's und Bilder:happy: bin jetzt richtig:hot::hot::hot:
Ballast1
01.07.2008, 22:21
Henrik,
ich glaube, den ersten Bericht hätte ich nicht verkraftet...
Schon die "abgespeckte Version" ließ mich im Geiste neben Dir stehen.
Auch die Fotos stellen neben glücklichem Fänger auch eine
wunderschöne Natur dar.
Freue mich auf weitere Bilder von der Insel im Nordmeer.
Gruß
Heiko
Hecht911
01.07.2008, 22:22
Danke Andreas, danke Heiko, den Autor freuts natürlich, wenns Euch gefällt! - o.k. einen hab ich noch, einen hab ich noch ...:
Wie beschrieben - 1. Biss, 2. Drill, 3. zur Landung auf die richtige Welle warten und 4. mächtig freuen!:happy:
Boahhhhh...... Henrik.. welch ein Leuchten in deinen Augen :hurra:
Bitte schreibe noch ein bischen über die sonstigen Tage dort ...
Da bekommt man ja Gänsehaut.
Wirklich sehr schöne Fische. :klatsch:
Gruß André
Dorsch_Max
02.07.2008, 09:09
Einfach grandios!
Man sollte solch eine Reise - ohne Hardcoreangeln - wirklich mal ins Kalkül für eines der nächsten Jahre ziehen. Das Süßwasserspinnen ist in den letzten Jahren bei mir viiiieeel
zu kurz gekommen, leider!
Henrik, toller Bericht, schon fast eine Hymne an das Land. :klatsch::baby::baby:
Mach weiter mit deiner Beschreibung.
Danke
Hoddel
Hecht911
02.07.2008, 19:16
Ja Max, das ist eine wirklich schöne Sache, ein guter Kompromiß für einen gemeinsamen individuellen Urlaub und ab und an infiziert man seine Begleitung dann auch erfolgreich!:zwinker:
Kann aber auch problematisch werden, wenn man nur eine Rute dabei hat und ob des schnellen Erfolgs dann die Begeisterung beim Partner plötzlich zu groß wird!:happy:
Hecht911
02.07.2008, 19:31
Hymne war in Verbindung mit dem Posting zuvor ein gutes Stichwort Horst!
Deshalb mal kurz eine verbale Ehrerbietung an meine bessere Hälfte. Danke für die hohe Kompromissbereitschaft und für die sehr große Toleranz, die Du Jahr für Jahr meiner unheilbaren Leidenschaft für das Angeln entgegenbringst und natürlich auch ein dickes Dankeschön für die tollen Fotos, denn bei 80 % der Aufnahmen hatte meine Frau den Finger am Auslöser!:baby::baby::baby:
Allerdings sind diese hier von mir!:zwinker:
Hecht911
02.07.2008, 23:02
Ha Andrè das Leuchten von Angleraugen dürfte Dir ja selbst nicht so ganz unbekannt sein!:zwinker: Ich hab da so einige Erinnerungen an Szenen auf der Mashibaru bei der Präsentation eines Schwerttragenden ...:biglaugh:
Die Muse der Berichtspoesie küßt mich leider nicht jeden Tag, aber auch wenn es noch einige Zeit dauert, es wird zumindestens noch eine weitere kurze Episode zu dieser Tour geben!:wave:
Andreas Michael
03.07.2008, 01:42
Henrik was für schöne Bilder, besonders das Drill-Foto finde ich richtig geil, Dein Gesichtsausdruck spricht Bände:D
Hoffentlich, hoffentlich und blos nicht auf die Zunge beissen;)
Die Wasserfälle sind ja nur schön:baby:
Na dann warten wir mal auf die Muse das sie bald, vorallem ganz schnell zurückkehrt:klatsch:
Hecht911
03.07.2008, 15:13
Ihr habt es so gewollt!:p
Die drohenden Laute der Seeschwalben, die eifersüchtig ihren Brutplatz gegen alles und jeden verteidigen, der sich ihnen nähert, zerschneiden die Luft. Unter das wütende Gezwitscher mischt sich zudem noch das grelle Geschrei eines aufgebrachten Austernfischers.
Ein vertrauter würziger Duft steigt mir in die Nase. Eine Mischung aus gestrandetem Seetang und allerlei mineralischer und maritimer Absonderlichkeiten schwängert die Luft.
Die Augen streifen über eine raue und karge Küste, aus deren schwarzen Felsen das Wasser seit tausenden von Jahren skurrile Formen geschliffen hat.
Durch meine Finger rinnt feiner rötlicher Sand und regt auf besondere Weise die Haut meiner Hände an.
Jede einzelne Komponente für sich - an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit - hätte wohl kaum diese Faszination in mir auslösen können!
Das Geschrei eines Austernfischers in der U-Bahn? Eine Qual für das Trommelfell! Verfaulender Seetang in meinem Büro? Eine Beleidigung für die Nase!
Das Gestein erstarrter Lava auf dem Alexanderplatz? Schwarze Schatten auf der Netzhaut der Augen!
Klebriger feinkörniger Sand auf dem Autositz? Scheuerstellen in jeder Hautfalte!
Doch hier, an diesem einsamen malerischen Ort auf einer Insel mitten im Nordmeer, ist alles anders! Die Komposition mit der die isländische Natur all meine Sinne anregt gibt mir ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit und des Glücks!
Es sind eben nicht nur die herausragenden Fänge stattlicher Meerforellen der letzten Nacht, die mir diesen ganz besonderen Glanz in die Augen zaubern(;-)). Es ist vielmehr auch die Erkenntnis, in dieser von Hektik und Alltagsstress geprägten Zeit, das Privileg genießen zu können, all den Zwängen und dem Ungemach der Zivilisation mit ihrem zähen Einheitsbrei für eine begrenzte Zeit in die Paradiese unserer Welt zu entfliehen.
Unweigerlich schweifen meine Gedanken in dieser urtümlichen Umgebung in eine philosophische Richtung. Woher kommst du? Was ist dir wichtig? Wohin wirst du gehen?
Die ewig aktuelle Frage nach dem Sinn des Lebens ... ist der Weg das Ziel?
Auch heute werde ich diese Frage für mich nicht abschließend beantworten können!
Allerdings kenne ich meinen Weg an diesem Abend! Ich hatte ihn in der letzten Nacht schon einmal zurückgelegt. Er führt entlang der Küstenlinie eines westisländischen Fjordes und wird für das Auge am Ende von einem steil aufragenden Felsen begrenzt von dessen Klippen sich Papageientaucher waghalsig in die Fluten stürzen. Mit ihren überproportional großen Schnäbeln und ihren Stummelflügeln wirken sie auf mich wie ein überladenes Wasserflugzeug, welches es trotz größter Anstrengungen der Motoren nicht schafft abzuheben und plump in jede zweite Welle eintaucht. Was für lustige Gesellen – kaum vorzustellen, dass sie unter Wasser eine große Eleganz ausstrahlen und sehr geschickte Fischer sind!
Mein Blick schweift weiter über die endlos wirkende Wasserfläche und bleibt abrupt an einem kreisenden Schwarm Seeschwalben hängen. Im Gegensatz zu den Papageientauchern sind hier elegante Flieger am Werk. Sie kreisen über wenigen Quadratmetern Wasserfläche und visieren einen speziellen Punkt kurz unter der Oberfläche an. Dann stürzen sie mit der Präzision eines lasergesteuerten Kampfjets hinunter um einen Augenblick später mit ihrer kleinen silbernen Beute im Schnabel kaum 30 Meter von mir entfernt wieder aufzutauchen.
Diese heringsartigen Kleinfische hat gestern auch eine der gelandeten Meerforellen ausgewürgt, bevor ich sie vom Haken befreite und in ihr Element entließ. Wenn die Beute nun wieder vor Ort ist, dann werden wohl auch die Räuber nicht weit sein!
Natürlich „rein vorsorglich“ hatte ich auch zu diesem Strandspaziergang meine leichte Spinnrute mitgenommen! Na und wenn man sie schon dabei hat, kann man ja auch mal einen Wurf riskieren, muss ja nicht wieder ‘ne Stunde daraus werden! Mein flehender Blick trifft einmal mehr auf Verständnis!
Das leichte Geschirr – eine Daiwa Shogun, eine Shimano Stradic mit 0,10er Fireline bespult, das Fluocarbonvorfach und der Toby – Blinker waren „zufällig“ schon fertig montiert So musste ich nur den Drilling aus der Öse lösen, den Schnurfangbügel zurückschlagen und den silbernen Kunstköder mit einem lockeren Schwung an den Rand der von den Seeschwalben umkreisten Stelle ins Wasser katapultieren.
Bereits mit dem Aufschlagen des Köders auf die Wasseroberfläche hatte ich den Rollenbügel geschlossen und die Schnur gestrafft. Mit einem leichten Zug aus dem Handgelenk bringe ich den Blinker zum Taumeln und lasse mit langsamen Drehungen den Spulenkopf der hoch übersetzten Stationärrolle rotieren. Erste Umdrehung, zweite Umdrehung, dri... Rums! Der kräftige Ausschlag der Rutenspitze signalisiert mir, dass bereits nach wenigen Augenblicken mein Köder auf das große Interesse eines Räubers gestoßen war.
Nach vielen Jahren der Spinnangelei erfolgt der angemessene Anschlag als Reaktion auf den Biss ganz automatisch. Der sitzt erst einmal.
Doch dieser Fisch verhält sich anders als erwartet, er strebt nicht in Richtung Oberfläche um diese zu durchbrechen und sich wild kopfschüttelnd mit einem Salto des lästigen Hakens zu entledigen. Dieser Fisch drängt mit leichten Kopfschlägen in die andere Richtung und nimmt mir auch nicht mehr als 5 Meter Schnur von der Rolle. Der Drill dauert keine 3 Minuten, dann liegt ein um die 40 cm langer Seelachs am Strand. Hm dich hab ich nicht gewollt und der Fisch selbst hätte sicher auch gern auf diese Erfahrung verzichtet. Behandelt wird er dennoch mit größtmöglichem „Respekt“ und nachdem er den Schock des Drills verdaut hat, wird er sich auch künftig wieder an der Kleinfischjagd beteiligen können.
Nächster Wurf, wieder ein Seelachs. Auch der dritte und vierte Wurf brachten mir nichts als halbwüchsige Köhler. Schade, na dann Rute runter, Haken festgezurrt und leicht schmollend weiter der Strandlinie gefolgt.
Bekanntlich schläft der Fuchs ja nicht – er ruht nur! Deshalb entgeht ihm auch der kleine Schwall in einer Kette von Ringen auf der leicht gekräuselten Wasseroberfläche nicht! Nach nur 50 Metern des „gelassenen“ Schlenderns am Strand folge ich jetzt hellwach nur aus den Augenwinkeln dem magischen Treiben auf dem Wasser. Die Kreise ziehen sich fortlaufend leicht nach vorn versetzt in einer fast geraden Linie parallel zum Strand in nicht mehr als 20 Metern Entfernung. Wie von selbst gleitet meine linke Hand an die Rute und findet zielsicher das Ende des Köders. In einer fließenden Bewegung klappt der Rollenbügel zurück, der rechte Zeigefinger sichert die Schnur und die Rute hebt sich senkrecht über meinen Kopf. Keine Sekunde später taucht der Blinker nach einem instinktiven Vorhaltemaß genau dort in das Wasser ein, wo der Fisch vermutlich drei Schwanzschläge später auftauchen wird.
Ich komme soeben noch dazu den Rollenbügel zu schließen, da geht der Tanz schon los. Biss, Anschlag und Sprung des Fisches vereinen sich in fast einer Bewegung.
Ja das ist wieder eine! Auf sie habe ich es auch an diesem Abend abgesehen! Eine richtig stramme Meerforelle, geballte Kraft am superleichten Spinngerät.
Ein weiterer akrobatischer Sprung folgt, doch der Haken sitzt fest und so wechselt der Fisch die Taktik und versucht zunächst eine größere Distanz zu dem unbekannten Wesen zurückzulegen, dass da am Strand steht und ihr offenbar nach dem Leben trachtet!
Heute möchte ich tatsächlich einen dieser prächtigen Fische entnehmen, um ihn nach dem Rezept unserer Gastfrau in einem Gemenge aus Kräutern, Salz, Zucker, Senf usw. zu beizen.
Die Forelle hat daran verständlicher Weise nun gar kein Interesse und macht mir das mit einer Flucht von etwa 50 Metern ganz klar deutlich. Ich lasse die parabolische Aktion des Rutenblanks und die ruckfrei funktionierende Bremse der Rolle für mich arbeiten und kann den Fisch letztendlich nach diesem ersten rasanten Run stoppen.
Puh das wäre erst einmal geschafft, die Anspannung weicht ein wenig aus meinen Muskeln und mit ihr meine Konzentration! Der Blick wird abgelenkt von einem großen rundlichen schwarzen Schatten knapp links von der Stelle an der sich der Fisch im Wasser wälzt.
Der Schatten verschwindet so plötzlich wie er auftauchte doch meine Unkonzentriertheit bleibt. Ein schwerer Fehler!
Völlig unerwartet schießt der Fisch plötzlich etwa 20 Meter auf das Ufer zu und einen kurzen Augenblick lang geht die direkte Verbindung zu ihm verloren, die Schnur erschlafft! Im Eiltempo lasse ich die kleine Stradic rotieren und es gelingt mir tatsächlich, den Kontakt zum Fisch kurzzeitig noch einmal herzustellen, dann gibt es einen kurzen Ruck und der Blinker schießt ca. 2 Meter an meinem linken Ohr vorbei und gräbt sich einige Zentimeter in den Sand der Düne hinter mir!
Meine Augen sind weit aufgerissen, der Unterkiefer ist herunter geklappt, enttäuscht wird mir bewusst, den Fight hast Du verloren! Dieser erfahrene Gegenspieler von geschätzten 10 Pfund hat Dir mal schnell gezeigt wo es lang geht – schade, wäre wohl meine bisher größte Mefo geworden!
Ungeduldiges Trampeln neben mir verhindert weitere laute Flüche aus meiner Kehle und ich werde sanft daran erinnert, he Du bist nicht zum Angeln hier!
Dennoch lässt mich dieser abendliche Drill auch nach dem ausgedehnten Strandspaziergang einfach nicht einschlafen! Ich wälze mich von der einen auf die andere Seite und finde keine Ruhe. Ist es doch genau jetzt der richtige Zeitpunkt für einen schönen Silberbarren! Wind und Wasser stehen optimal! Es ist 0.35 Uhr!
Weitere 5 Minuten später stehe ich in voller Montur mit einem breiten Grinsen im Gesicht an „meinem“ Strand, an der isländischen „Silberbarrenküste“. Zur Sicherheit habe ich wegen der zu erwartenden Größe der Fische schnell noch die etwas größere Stationärrolle – eine gute alte DAM Quick Royal MDS 3500 montiert.
Jetzt passt alles, jetzt hole ich mir meinen Fisch!
Etwa 20 Würfe später bin ich davon schon nicht mehr ganz so überzeugt! Nach ca. 50 Würfen schon der Verzweiflung nah!
Da plötzlich taucht er wieder vor mir auf, dieser große dunkle Schatten, der mich vorhin diesen Superfisch gekostet hat!
Die große Robbe steckt ihren Kopf weit aus dem Wasser und scheint mich voller Hohn anzulächeln ... ihr Blick sagt mir – Looser - das mit dem Fischen beherrsche ich besser als Du!
Nach einigen Fotos im Licht der Mitternachtssonne verlieren wir beide dann schnell das Interesse füreinander. Die Robbe verschwindet in die eine und ich in die andere Richtung zurück auf den Weg zum Ferienhaus.
Es ist jetzt etwa 2.00 Uhr Morgens und die Flut hat fast ihren Höchststand erreicht. Trotz der bisherigen Erfolglosigkeit habe ich nicht vor aufzugeben. Zielstrebig steuere ich auf einen Platz zu, an dem sich das Wasser schon etliche Meter vor der Strandlinie auffallend bricht. Hier liegen große Steine im Wasser und Meerforellen lieben das!
Schon der zweite Wurf bringt mir die Bestätigung! Ein fulminanter Biss, ein Salto und zwei Schrauben, die bekannt lange Flucht 10 Minuten Bangen und Hoffen, dann ist sie mein!
Ein schöner Fisch! Nicht annähernd so groß wie der 4 Stunden zuvor verloren gegangene, aber mehr als ein Trost für den Verlust!
Der Fisch wird noch am Ufer versorgt und da ich nach diesem neuen Abenteuer scharf auf ein Trophäenbild bin hab ich keine Skrupel meine persönliche Fotografin sanft aber bestimmt aus den Federn zu holen! Wider Erwarten ernte ich keinen Fluch sondern bekomme mit einem verständnisvollen Lächeln mein Foto! Der Virus hat jetzt also auch von ihr vollends Besitz ergriffen ... wen wundert es in diesem zauberhaften Land mit diesen tollen Fischen!
Hecht911
03.07.2008, 15:18
Morgens so um 02.30 Uhr ist dann mit entsprechendem Schlafdefizit auch fast der Glanz aus den Augen gewichen!
Ja wie genial ist das denn? Henrik, heirate mich und fahr mit mir nach Island! :klatsch::kuss:
Super Bericht, schöne Fische, fantastische Landschaften und tolle Bilder! Danke für den Verwöhnbericht! :laola:
Nur ganz kleine Nachfrage: Einige der Silberbarren sehen mir verdächtig nach Lachs aus! Keine gerader Schwanzflossensaum, zu wenig Punkte unterhalb der Seitenline und relativ schlanke und vor allem auch längere Schwanzwurzel. :confused:
Kann aber auch sein, dass ich`s nur nicht richtig sehe, weil mein PC die Bilder nicht vergrößert (warum auch immer)! ;)
Gruß und nochmals vielen Dank!
Tom
Hecht911
03.07.2008, 16:18
Ja Tom, einige Merkmale, vor allem bei zwei Fischen, so auch der auf dem letzten Foto haben mich doch arg ins Grübeln gebracht. Schon beim ersten Bericht habe ich immer wieder zweifelnd zu Kerstin gesagt - ich bin mir echt nicht sicher! Die Schwanzflosse spricht klar für einen Lachs, denn bei der Mefo ist sie gewöhnlich eher gerade und nicht pfeilartig engekerbt. Der Schwanzstiel des Lachses ist schmaler als bei der Mefo. Allerdings ein weiteres wichtiges Merkmal, die Länge der Maulspalte spricht für mich eher für eine Meerforelle! Wobei die sehr geringe Anzahl der Punkte unter der Seitenlinie des Fisches wieder für einen Lachs spricht!
Ich hoffe ja, dass sich Mucki mit seinen sehr guten Fachkenntnissen in Sachen Fischbestimmung oder auch der Mantafahrer hier im neuen Forum anmelden, dann gibts ganz sicher 'ne verbindliche Auskunft!:wave:
Aber ob nun Mefo oder Lachs - "Silberbarren" bleiben es so oder so!:)
Hecht911
03.07.2008, 18:43
Hier ein Foto vom "dunklen Schatten", dem "Supermefo"- oder eben "Superlachs" - Verderber:
Hecht911
03.07.2008, 20:19
Zum vorläufigen Abschluss dann noch einmal zurück zum Thema Wasserfälle auf Island!
Es gibt dort viele kleine:
Hecht911
03.07.2008, 20:23
... einige märchenhaft schöne:
Hecht911
03.07.2008, 20:26
... und wirklich ganz gewaltige:
KirstenS
03.07.2008, 21:23
Ich bin verzaubert. Ein Schreibstil der Extraklasse - unterstrichen von genialen Fotos.
Andreas Michael
03.07.2008, 23:06
Wau wau wau Henrik der absolute wahnsinn an Bildern ober top:baby::baby::baby:
besonders das letzte einfach nur geil im Großformat sich das anzusehen.:baby:
Hecht911
03.07.2008, 23:08
Kirsten da Du ja auch ein großer Nordnorwegenfan bist, empfehle ich Dir unbedingt, wenn es mal in Deine Planungen passt eine Islandtour zu unternehmen! Es sei denn, Du warst schon dort!?
Ja und warte nicht zu lange! Island hat Zuwachszahlen bei den touristischen Besuchern von fast 20 % jährlich! In diesem Jahr werden wohl erstmals mehr Urlauber dort aufschlagen, als Island Einwohner hat! Noch kannst Du dort ungestört laufen, ohne dass Dir jemand auf die Füße tritt - noch!:zwinker:
Hecht911
03.07.2008, 23:11
Ja Andeas, ist auch eines meiner Lieblingsbilder aus diesem Urlaub!:wave:
KirstenS
04.07.2008, 07:55
Guten Morgen Henrik, ich werde Deinen Rat auf alle Fälle beherzigen. Zumal es nächstes Jahr "mal nicht" in den Norden gehen soll. Unser Reiseziel 2009 ist noch offen.
Henrik...... dann plane doch mal eine Tour für uns ;)
Jetzt wo Du Island schonmal bischen kennst... bist Du genau der richtige, da kann ich mich bei Dir ins gemachte Nest setzen.
Und wir werden sicher noch 1-3 Personen finden die mitfahren würden ;) :klatsch:
GRuß André
Hecht911
04.07.2008, 09:21
... Unser Reiseziel 2009 ist noch offen.
Na dann sprich mal mit Deinem Mann, ob Island nicht auch für ihn etwas wäre! Zugegeben, wir hatten richtig großes Glück mit dem Wetter, ist keineswegs selbstverständlich dort oben zwei Wochen lang keinen Regen abzubekommen, aber das kennst Du ja auch aus Norwegen.
Aber wenn man individuell reist, vor Ort mobil ist und nicht auf Angelausfahrten aus einer Anlage angewiesen ist, dann lohnt sich so eine Tour auch bei weniger tollem Wetter! Island hat für echte Naturliebhaber sehr viel zu bieten!:wave:
Hecht911
04.07.2008, 09:24
Moin Andrè:wave:
definiere mal bitte "uns"!;)
So etwas für 4 Leute auf die Reihe zu bringen wäre wirklich kein Problem!:)
So, habs mal kurz recherchiert - bei 4 Personen vom 13.06.(So.) bis 20.06.2009 (So.):
Flug Berlin/Schönefeld - Keflavik und zurück 270,00 € p.P. (ist der Mai - Preis 09! Juni gibts erst im nächsten Monat!);
Mietwagen für eine Woche mit unbegrenzten Kilometern - ca. 220,00 € p.P. inkl. Benzin;
Übernachtung im Ferienhaus 30,00 € pro Nacht und Bett = 210,00 € p.P. und Woche;
Sollte also für ca. 700,00 € pro Woche zzgl. Verpflegung und Kleinigkeiten bei 4 Personen hinzubekommen sein!
Der Haken - ich hab für Juni schon Verabredungen in Nordnorwegen! Zwar noch nichts 100 % festes, aber schon vorbesprochen!
Wäre auf jeden Fall eine feine Geschichte, die ich mal als Reservepfeil im Köcher behalten kann!
Vor Ort gäbe es dann Küstenangeln auf Mefo/Lachs, drei wirklich gute Seen mit Bachforellen und Saiblingen und natürlich einige geniale Wandertouren ...!
Hecht911
04.07.2008, 11:04
Nachtrag - ich habe das letzte "Silberbarrenfoto" einem Isländer, dem Mann unserer Gastgeberin - selbst begeisterter Angler, gezeigt. Er ist sich ganz sicher, dass es sich um das männliche Exemplar eines Lachses handelt!:wave:
...dachte ich`s mir doch! ;) ...und es ist definitiv nicht nur der letzte Fotofisch ein Lachs, da brauch ich auch den Mucki nicht zur Erkennung! Dafür hab ich selber schon genug Silber gekeschert!;) Wobei es beim ersten noch am ehesten die Frage wäre, ob`s ggf. doch `ne Mefo ist.
Anyway, wunderschönes Küstensilber! Kann mich gar nicht satt sehen!:)
Hecht911
04.07.2008, 16:42
Naja, ist ja nicht so, dass ich noch nie 'ne Mefo gefangen hätte. Nur waren bei den rügischen (vergleichbar groß) oder norwegischen (eher kleiner) Exemplaren die entsprechenden wenigen Unterscheidungsmerkmale schon etwas deutlicher ausgeprägt. Ich habe etliche Fische live und auf Bildern gesehen, bei denen z.B. die jeweilige Form der Schwanzflosse nicht das Maß der Dinge war.
Die Probleme bei der Bestimmung haben wahrscheinlich eher zum Grund, dass ich in meinem Leben bisher weniger Lachs im Kescher hatte!:zwinker:
Lengalenga
09.07.2008, 07:27
So ich bin endlich dazu gekommen mir Deinen Reisebericht anzutun.
Hätte ich es lieber gelassen, ich bin verzaubert.
So stelle ich mir das Angelland meiner Träume vor.
Für Bericht und Fotos gibt es von mir die seltenen :baby::baby::baby:!
Moin Henrik,
abgesehen davon endlich mal wieder einen Bericht von DIR zu lesen...
einfach schön, inspirierend und jede Menge Informationen super verpackt.
Schön das ihr es geschafft habt, das Land so kennen zulernen...
Danke auch für die tollen Bilder. Ein Genuss
Grüße
Lance
Angelcalle
12.07.2008, 22:08
Mann oh Mann. Da brauche ich ja garnicht erst anfangen mit meinem Islandbericht. Das ist nicht zu toppen. Super Geiler Bericht und tolle Fotos. An einigen Orten war ich auch schon. Gullfoss, Geysir usw.
Bis dann
Calle
Hecht911
13.07.2008, 00:10
Ja Angelcalle, der "goldene Zirkel" ist Pflichtprogramm!:zwinker: Nur Mut, schreib Deinen Bericht, ich bin mir sicher, dass Du einige schöne Erfahrungen weitergeben kannst und beim Schreiben hat halt jeder so seinen eigenen Stil!
Hallo Lance, schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast! :wave:
Die allgemeine Stimmung im NAF hat mich einfach nicht mehr inspiriert, daher auch keine Berichte mehr! In der Hoffnung, dass hier alles etwas ruhiger und gelassener zugeht, hab ich mich mal wieder versucht!
Es freut mich sehr, dass es Euch gefallen hat! Ich hoffe, dass der Spaß an der Sache nun lange erhalten bleibt und wir gegenseitig bis zur Rente viele schöne Berichte voneinander lesen können!
Dorsch_Max
13.07.2008, 13:35
@Henrik u. Andrè
betr.: Island-tour
"Ich sei, gewährt mir die Bitte
in diesem Bunde der Dritte!";)
Hecht911
13.07.2008, 13:51
Hab ich vorgemerkt Steffen, ob das im nächsten Jahr was wird, entscheidet sich aber erst im November/Dezember. Soll aber, wie gesagt auch keine Hardcore Meeresangeltour werden! :wave:
Spekkhogger
13.07.2008, 18:45
Eine etwas andere Art einer Reise, aber nicht weniger beeindruckend Hecht911! Vielen Dank für diesen wunderschönen Erlebnisbericht, einfach Klasse :baby:
Hecht911
13.07.2008, 19:54
Hu hu Spekkhogger, vielen Dank für die Blumen und willkommen in "Nafrino"!:zwinker:
Alexander Perte
13.07.2008, 20:32
klasse henrik, du hattest mir ja schon amtelefon von island vorgeschwærmt. und genau das, was du hier beschreibst, ist auch das, was mich dort reizen wuerde. dorsche pilken und an der fischfabrik abgeben ist dagegen ueberhauptnicht mein ding. aber das hier... fantastisch! ein høhepunkt imanglerleben,der nur schwer zu ueberbieten ist!:baby:
Hecht911
13.07.2008, 21:10
Ja Hein sowas nennt man dann wohl Seelenverwandtschaft!:)
Klotz ordentlich ran, damit wir den nächsten "Höhepunkt" gemeinsam erleben!:wave:
trolljenta
14.07.2008, 00:42
Hammerbericht und supertolle Bilder!!:baby::baby::baby:
Island steht ja auch schon lange auf meiner Wunschliste und durch diesen Bericht hier ist dieser Wunsch alles andere als kleiner geworden:rolleyes:
Hecht911
14.07.2008, 11:14
Ja Astrid, da müßt Ihr unbedingt mal hin, einfach genial so eine individuelle Tour durch dieses Land! Du wirst den Finger gar nicht mehr vom Auslöser Deiner Kamera wegbekommen!;)
Karstein
16.07.2008, 18:37
Ja absolut spitze Henrik - endlich hab ich den Thread auch mal gefunden!!! :klatsch::rolleyes:
Wie gerne hätte ich letztes Jahr mal den Salmoniden nachgestellt - das haste klasse gemacht. Wobei ich als alter Mono-Fan ja doch bei Deinen Spin-Schilderungen gleich an ein Aussteigen dachte! Hab Seite 2 und 3 noch nicht durch, hast schon was zu den Ködern geschrieben? War es Möre Silda, Snaps oder was ganz anderes?
Ich liiiieebe Salmoniden-Berichte! :biglaugh:
Tusen takk
Karstein
PS: DAS ist ja wohl der wahre Humbug - die Köder und die Rolle werden nicht desinfiziert????? Watsachen/ Stiefel auch nicht?????? Unglaublich....
Hecht911
16.07.2008, 20:19
Ja, darüber hab ich mich ehrlich gesagt auch nicht nur gewundert, sondern sogar geärgert, weil es dann nämlich nicht als vernünftige Maßnahme anerkannt werden kann, sondern arg nach Geldschneiderei aussieht!:o
Saiblinge und Bachforellen hab ich auf Mepps und kleine Rapla CD 3 und 5 cm gefangen! Die "Mefo-Lachse":biglaugh: alle auf silberne Toby Blinker.
Karstein
16.07.2008, 20:31
Allens kloar, danke für die Informationen, Henrik!
Echt ´ne Frechheit, das mit der Desinfektion! *kopfschüttel*
Hecht911
20.01.2010, 16:09
Hier mal ein kurzer Nachtrag für alle interessierten Meerforllenangler mit Ambitionen nach Island - unbedingt mal durch diese Seite klicken!!!!:)
http://www.nat.is/nateng/sjobirtingsv.htm
Karstein
23.01.2010, 09:35
Feiner Link, danke Henrik!!!
Hecht911
31.08.2011, 08:10
Moin,
angeregt durch eine Diskussion in einem anderen board bitte ich alle interessierten Islandfahrer/Küstenangler ganz dringend u.a. folgende Regeln zu beachten:
Regel Nr. 1 - Es genügt keineswegs, sich einen Island-Angelführer unters Kopfkissen zu legen und dann zu erwarten, vollständig über alle landesspezifischen Regelungen hinsichtlich der Angelei informiert zu sein.
Regel Nr. 2 - Vor dem Betreten/Befahren von Küstenabschnitten (speziell Farm- und Weideland o.ä. offenkundig privat genutzte oder im Privatbesitz befindliche Flächen) immer nach dem Eigentümer erkundigen und vor Betreten/Angeln um Erlaubnis bitten. (eigentlich überall auf dieser Welt eine Selbstverständlichkeit, aber scheinbar dann doch nicht für alle ...:rolleyes:)
Wer sich einmal intensiv mit den Isländern unterhält, der wird erfahren, dass die Isländer keineswegs "Taler" mit einer Erlaubnis verdienen wollen, ihnen geht es lediglich darum, ihr Eigentum, insbesondere ihre wertvollen Islandpferde zu schützen!
Regel Nr. 3 - Das Fangen von Lachsen im Salzwasser ist für Sportfischer auf Island grundsätzlich verboten. Beim Küstenangeln zufällig gefangene Lachse müssen schonend zurück in ihr Element.
Regel Nr. 4 - Das Beangeln von Meerforellen erfordert neben der schon erwähnten ggf. einzuholenden Erlaubnis eines Eigentümers vor allem in einem Radius von bis zu 2 km um Flussmündungen (hängt von der pot. Ausstromkapazität des jeweiligen Flusses ab) besondere Aufmerksamkeit. So nicht ausdrücklich eine Genehmigung erteilt wurde, ist davon auszugehen, dass die Angelei auf Mefo in diesem Sektor grundsätzlich verboten ist.
Regel Nr. 5 - Für alle isländischen Binnengewässer ist grundsätzlich eine Angelerlaubnis erforderlich, entweder unmittelbar die des jeweiligen Eigentümers, oder die einer "Betreibergemeinschaft" der jeweiligen Flüsse und Seen.
Regel Nr. 6 - Nichts ist so beständig wie der Wandel! Das gilt natürlich auch für Island. Im dicht besiedelten Deutschland können wir uns oft nicht vorstellen, dass es noch Regionen auf der Welt gibt, die für viele unserer vermeintlichen Probleme gar keinen Regelungsbedarf haben. Erst der zunehmende "Tourismusdruck" konfrontiert die Menschen dort plötzlich mit Dingen, die sie dazu zwingen neue Regeln aufzustellen.
Deshalb verlasst Euch bei Eurem Treiben auf Island nicht auf z.T. ältere Reiseberichte oder sonstige Erfahrungen. Im Zweifel ersetzt nichts und niemand eine verbindliche Auskunft der Touristeninformationen vor Ort.
Auch dieser Nachtrag/diese Regeln erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können sich u.U. schon morgen wieder ändern. Ich will mit diesen Hinweisen lediglich vermeiden, dass Angler, die sich durch diesen o.ä. Berichte inspirieren lassen, nach Island zu fahren, vor Ort eine Enttäuschung erleben oder gar Stress bekommen ...
Also kurz gesagt, auch wenn Island sicher ganz hervorragend dazu geeignet sein mag, vom Zivilisationsstress abzuschalten, sollte das Hirn schon immer auf standby stehen!;)
Hecht911
31.08.2011, 08:40
Könnte bitte einer der Moderatoren die beiden letzten Regeln in 5. und 6. berichtigen? Ich kann das leider nicht mehr ändern - Danke!
Island wird wohl für mich ein Traum bleiben. Eine mehr als beeindruckende Insel, wenn ich die Bilder und Berichte dazu lese.
Hoddel
moinmoin,
ja island ist ein teures land und noch teurer wenn man angelreisen bei diversen anbietern bucht, ist aber eigentlich nicht noetig, da man auch von der kueste aus super fischen kann, ein wenig mehr selbstinitiative und man kann einen unglaublichen urlaub hier verbringen, gerade jetzt wo der euro guenstig entgegen der krone steht, von jahr zu jahr haben wir steigende erst island bereisende, es gibt nur 2 moeglichkeiten entweder man hasst es oder ist mit dem islandvirus infiziert:baby:
Oli, der Preis ist es nicht. Das würde mich nicht bremsen. Mich würde auch das Angeln nicht interessieren, die Insel selbst ist es, die mich interessiert. Ich bin leider nicht mehr so gut zu Fuß und alles kann man nicht mit dem Auto erreichen.
Hoddel
Oli, der Preis ist es nicht. Das würde mich nicht bremsen. Mich würde auch das Angeln nicht interessieren, die Insel selbst ist es, die mich interessiert. Ich bin leider nicht mehr so gut zu Fuß und alles kann man nicht mit dem Auto erreichen.
Hoddel
na da kann ich dir mut machen,
auf island erreicht man plaetzte mit dem auto besser als in deutschland, saemtliche attraktionen liegen gut erreichbar, gerade auf der ringstrasse sollte dich dein "manko" nicht abhalten koennen
habe da nen interessanten link ausmachen koennen, inwiefern du eine gehbehinderung hast, wage ich nicht zu beurteilen der link ist halt ein extrem beispiel, um dir zu zeigen, das es moeglich ist, sicher ist das du einen unvergesslichen urlaub im possitivem sinne hier erleben wirst, die "extreme" natur ist einmalig, und lege dir dieses forum ans herz
http://www.island-forum.com
rollilink
http://www.rollstuhl-kurier.de/island-experience-2011/
na da kann ich dir mut machen,
auf island erreicht man plaetzte mit dem auto besser als in deutschland, saemtliche attraktionen liegen gut erreichbar, gerade auf der ringstrasse sollte dich dein "manko" nicht abhalten koennen
habe da nen interessanten link ausmachen koennen, inwiefern du eine gehbehinderung hast, wage ich nicht zu beurteilen der link ist halt ein extrem beispiel, um dir zu zeigen, das es moeglich ist, sicher ist das du einen unvergesslichen urlaub im possitivem sinne hier erleben wirst, die "extreme" natur ist einmalig, und lege dir dieses forum ans herz
http://www.island-forum.com
rollilink
http://www.rollstuhl-kurier.de/island-experience-2011/
So, genau so ist es:baby::baby::baby:Wir fahren jedes Jahr nach Island, selbst die Norweger sind begeistert. Einmal im Laverwasser liegen, es ist unglaublich! Wir fahen am 22 Dezember wieder:happy::happy::happy:
lava wasser? meinste die blaue lagune? naja das ist die reinste touristenfalle, ich bevorzuge die HOTPOTS (uebrigens in jedem schwimmbad vorhanden) sitzte im warmen wasser mit nem schoeppchen und der schneesturm baesst einem um die nase... das hat sowas herrlich dekadentes an sich:klatsch:
auch schoen, die freibaeder die das ganze jahr ueber geoeffnet haben:biglaugh:
lava wasser? meinste die blaue lagune? naja das ist die reinste touristenfalle, ich bevorzuge die HOTPOTS (uebrigens in jedem schwimmbad vorhanden) sitzte im warmen wasser mit nem schoeppchen und der schneesturm baesst einem um die nase... das hat sowas herrlich dekadentes an sich:klatsch:
auch schoen, die freibaeder die das ganze jahr ueber geoeffnet haben:biglaugh:
Genauso meine ich es, ich sitzte in über 30 Grad warmen Wasser und neben mir fällt der Schnee runter. Einfach nur genial und schön:happy:
Genauso meine ich es, ich sitzte in über 30 Grad warmen Wasser und neben mir fällt der Schnee runter. Einfach nur genial und schön:happy:
yeep, wie gott im hotpot und einfach scheeee, icelandic way of life:hot:
das sollte jeder mal erlebt haben!
so und jetzt hab ich meine heimat genug gelobt *offtopicout*
... ich sitzte in über 30 Grad warmen Wasser und neben mir fällt der Schnee runter.
Zuviel für den Kreislauf und zu viele Bakterien. :biglaugh:
Zuviel für den Kreislauf und zu viele Bakterien. :biglaugh:
kreislauf lass ich dir durchgehen, aber bakterien, da muessten ja viele leute erkranken, sei es an escheria coli oder anderen keimen, und in island ist es pflicht vor dem baden im schwimmbad zu duschen und das OHNE badehose, und waschen sorgt bekanntlich fuer eine keim verringerung:1poke:
ich habe frueher in der blauen lagune als bademeister gearbeitet und akribisch drauf geachtet, das die leute naggisch duschen, muss aber auch dazu sagen das wasser in der blauen lagune, dank der mischung keimfrei ist (so sagt man).
leute die unter einer immunsupremierung haben, sollten allerdings vorsicht walten lassen
Nee, nicht die öffentlich geführten Bäder.
Vielmehr meine ich z.B. Landmannalaugar, Hveravellir (Kjölur), oder andere kleinere Hotpots ohne genügend Wasseraustausch.
Da sieht man manchmal kein Wasser mehr, so dicht sitzt man im Topf.
Übrigens habe ich um den Kraftwerkssee trotzdem immer noch einen großen Bogen gemacht.
ei joo, des meinste, naja wer's braucht, aber hast recht habe schon oft gehoert das die leute dicht an dicht sitzen, hehehe island land der grossen weiten und dann sitzt man haut an haut im pot....aargh!
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